Sonntag, 18. Dezember 2016

Weihnachtskleid Sew Along 4.Teil

Es kam leider wies kommen musste, ein Projekt, kurz vor Weihnachten bei dem ich teilweise 12 Stunden am Tag im Büro verbracht habe... Ich habe es trotzdem irgendwie geschafft am Kleid zu bleiben und die letzten Tage hat es sich auch wieder etwas gelockert. Jetzt sind es nur noch ein paar Tage bis zum Finale und ich muss nur noch die Säume nähen - wohoo!

AAAber ich sags euch: Samt ist nicht nichts für ungeduldige und schwache Gemüter! Es ist schon eine Herausforderung allein zwei Stofflagen aufeinander zu stecken. Einmal kurz blinzeln und alles hat sich verschoben. Ich habe alles geheftet.  Und trotzdem verschieben sich die Lagen noch... Näht man eine Naht mit der Maschine genau auf den Heftstichen, so liegt die Naht auf der anderen Seite 2-3mm daneben. Beim Oberteil habe ich alle Schnittteile mit Voile unterlegt:


Die Voile habe ich vorher mit den Nahtlinien und Markierungen versehen, dann genau auf den Nahtlinien auf den Samt geheftet. So konnte ich einigermaßen genau arbeiten. Die Unterlage gibt außerdem zusätzlich eine Wärmeschicht und der Stoff fällt noch schöner.

Die ursprünglich geplanten Keulenärmel habe ich verworfen, die Probe davon gefiel mir gar nicht. Ich habe einen normalen schmalen Ärmel mit Ellenbogenabnäher genäht. Der Abnäher ist sehr klein und hinten am Ellenbogen, da fällt er kaum auf. 
Bei den Ärmeln habe ich diesmal eine neue Technik zum Einhalten ausprobiert: Auf die Nahtzugabe der Ärmelkugel wird ein Schrägband genäht, das leicht gedehnt wird.


So ist der Ärmel schon gleich schön gleichmäßig eingehalten. Das Einnähen ging wirklich einfacher und schneller, ich hätte nur einen dünneren Stoff für das Schrägband nehmen sollen, aber ist okay. 

Mein Entwurf sah ein Band vor, was aus der Ärmelansatznaht kommen sollte und da Oberteil zwischen Schulter und Brust raffen sollte. In Samt sah das allerdings nicht wie gewünscht aus, das musste ich um planen:

Das pinke ist Kreide.
Ich habe das Oberteil an der Stelle jetzt gerafft. Einfach ein gedehntes Gummi mit Zickzack-Stichen von hinten angenäht:


Hier kann man auch meine Beleg-Lösung sehen: Den habe ich am Vorderteil angeschnitten, mit einer Stütznaht versehen und einfach nach innen umgeschlagen.

Hinten ist kein Beleg, sondern ich habe am Halsausschnitt die Unterlage angenäht, umgeschlagen und knappkantig abgesteppt. Der angeschnitten Beleg von vorne ist an der Nahtzugabe der Schulternaht fest genäht. So sieht alles einigermaßen sauber aus.


Beim Rock habe ich mich jetzt für einen nicht ganz halben Teller entschieden. Dieser hat vorne und hinten in der Mitte eine Naht, weil mein Stoff nur 1,15m breit liegt. Ich habe den Fadenlauf in der Seitennaht nachdem ich Michou's Post über Fadenläufe am Rock gelesen habe, wollte ich das mal ausprobieren. Der Rock fällt eindeutig schmäler.


Anders als beim Entwurf ist auch das Rückenteil, ich habe keine Abnäher genäht, sondern mit einer Schulterpasse und Raffungen gearbeitet. Der Reißverschluss ist an der Seite. Im Prinzip sie das Rückenteil so aus wie bei meinem anNÄHerungskleid. Ein Bild davon gibt's beim Finale ;)

Jetzt fehlen nur noch die Säume am Rock und an den Ärmeln. Hier habe ich einfach mal die Nahtzugabe mit der Ovi abgekettelt und nähe die Säume nun mit kleinen Stichen von Hand.


Ich bin noch nicht ganz sicher ob mir das Kleid so 100% zusagt. Lange Ärmel bei Webware sind echt ungewohnt und können auch nicht so schmal gearbeitet werden. Da es fast immer so ist, dass ich meinen Kleidungsstücken kritisch gegenüberstehe solange sie noch nicht fertig sind, warte ich einfach mal ab ob wir nicht doch noch warm miteinander werden :)

Mehr Weihnachtskleider kurz vorm Finale gibt es auf dem Me Made Mittwoch Blog zu sehen!

Kommentare:

  1. Das kleid sieht jetzt schon hübsch aus!
    braucht es kein futter? hast du es schon ausprobiert,ob es nciht hochklettert?
    tja, hab ich nicht gewarnt:-)))
    ich glaube, samt ist nicht ohne guten grund ein haute couture-stoff. und im huate couture näht man fast ausschliesslich das ganze per hand. ich ahbe es zwar mit samt-perhand noch nicht ausprobiert,aber möglicherweise hat es vorteile:-)

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    1. Ich trage natürlich ein Unterkleid ;) ich habe auch ein paar schwierige Stellen per Hand genäht, ging nicht anders!

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  2. Die Raffung ohne Band zu machen, ist eine gute Idee. Ich hatte auch schon befürchtet, dass es etwas dick werden könnte. Gut, dass du durchgehalten hast bei dem schwierigen Stoff. Ich hätte aber gedacht, der Rock kommt länger. Auf jeden Fall sieht es schon recht feierlich aus! Regina

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    1. Ja so ist es halt manchmal wenn man ohne Fertig-Schnittmuster näht: Man weiss nie wies wird und muss oft umplanen. Der Rock geht jetzt bis zum Knie, länger steht mir nicht so und sah mit den langen Ärmeln irgendwie nach Nachthemd aus...

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    2. Deswegen sind die historischen Kleider wohl auch ausgestellt. Das passt vielleicht nicht so in unsere Zeit. Aber für Weihnachten könnte man ja mal eine Ausnahme machen... Regina

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    3. verstehe nicht ganz, warum dick?
      teoretisch hätte man es raffen können und dann durch das geraffte einfache stepnaht legen. der unterscheid zwischen dieser methode und dem zigzack, dass es statisch ist und eventuell etwas dünner,weil da nur der stoff ist.oder übersehe ich da was?

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    4. Ich wollte gerne wie hier https://topvintage.de/de/vintage-retro/topvintage-exclusive-50s-annabelle-velvet-pencil-dress-in-burgundy-red das band aus dem selben Stoff. Das wurde aber einfach nur wulstig und nicht schön. Ein passendes satinband hätte vllt funktioniert, dafür hatte ich in die Stadt zum Nähladen müssen, dafür war aber keine Zeit. So gefällt es mir aber auch gut!
      Liebe Grüße,
      yacurama

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    5. Es sollte doch ursprünglich ein Band, also ein Extra-Stoffstück aufgelegt und in die Ärmelnaht mitgefasst werden. Regina

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    6. oh WOW! was für ein kleid! sexy:-)!
      ja,ich verstehe.
      oder eine seite samt- andere/unterseite) satin/anderer dünnerer stoff-das macht etwas flacher.
      naja, viele wege führen nach Rom:-)

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  3. Naja die 40er hatten diese Silhouette mit etwas längeren Röcken aber dafür braucht man vllt schmalere Hüften ;)

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    1. Ich dachte da eher an frühere Jahrhunderte. Das mit der Hüfte wird überbewertet. Und je mehr Hüfte, desto schlanker wirkt die Taille. Man hat sich doch sogar noch extra einen Stoffwulst angelegt (Weiberspeck). Ein Petticoat täte es aber auch. Aber mir scheint, du willst nichts opulentes. Regina

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    2. 1941-42 war schön direkt unterm knie(meine linblingslänge bei den 40-er.meistens bahnenröcke(4-6-8).

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    3. Hihi, ja mein blogtitel drückt meinen Stil aus ;) aber ich denke noch über eine ein große Blüte aus samt am Oberteil nach ;)
      @sewinggalxy stimmt!

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  4. Das Kleid sieht toll aus. Hut ab, vor dem Material, dieses Verrutschen hätte mich wahnsinnig gemacht aber du hast es bestens gelöst.

    Liebe Grüße Astrid

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  5. Samt ist eine Diva und du hast sie hervorragend gezügelt! Wirklich schön geworden. Und danke für die vielen Verarbeitungstipps!

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  6. Da hast Du viele Probleme gut gemeistert und ein sehr festliches Kleid genäht.
    Grüßle Bellana

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  7. Was für eine Arbeit! Dein Kleid sieht wundervoll aus, festlich und elegant und an Dir wird es ein echter Hammer! LG Kuestensocke

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  8. Das Kleid sieht schon jetzt wunderschön aus! Die Raffungen gefallen mir auch ohne Band sehr gut und so ein Satin- oder Samtband könntest Du ja auch noch später anbringen, wenn vor Weihnachten keine Zeit mehr dafür bleibt und Du irgendwann doch noch mal ein Band haben willst..

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  9. Sehr tolles Kleid. Samt ist ja wirklich ein schwieriger Stoff. LG Carola

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  10. Ich bin schon so gespannt auf Deine Tragefotos. Das Kleid sieht jetzt schon so toll aus <3
    An dem Stoff wäre ich wohl verzweifelt. Nix für mich :)
    LG, Sandra

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  11. So ein tolles Kleid! Besonders gut gefällt mir die Raffung zwischen Ärmel und Ausschnitt. Interessant finde ich den Verarbeitungshinweis mit Schrägband an der Armkugel, das habe ich so noch nirgendwo gelesen. Auf die Tragefotos freue ich mich sehr!
    LG Barbara

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