Dienstag, 29. Dezember 2015

Jahresrückblick 2015

Das Jahr 2015 neigt sich dem Ende, es wird Zeit für den obligatorischen Jahresrückblick. Den beginne ich mal so gleich mit meinen diesjährigen Projekten:


Letztes Jahr waren es 32, dieses Jahr sind es "nur" 27, viele davon aber auch sehr aufwändig und umfangreich, von daher glaube ich, dass ich dieses Jahr einiges mehr genäht habe als letztes Jahr! Gestrickt habe ich wirklich sehr wenig, nicht mal ein Paar Socken gab es dieses Jahr...

Das Jahr war insgesamt sehr aufregend, für mich persönlich aber auch in meiner Näh-Blogger-Bubble war wirklich einiges los dieses Jahr.
Begonnen hat alles mit dem Frühlingsjäckchen-Knit-Along, so eine tolle Blogger-Aktion - auf die ich mich auch im nächsten Jahr schon total freue :)


Dann war das Bloggertreffen in Stuttgart, organisiert von Muriel, Sabine (Langsame-Schildkroete) und Elsa (Naehrstoffe). Das war mein erstes Bloggertreffen dieser Art und ich war dementsprechend auch etwas aufgeregt davor und auch währenddessen :) Aber irgendwie war die Stimmung immer gleich super und es war auch extrem spannend, die Bloggerinnen, die man so liest, mal persönlich zu treffen.

Zu meinem Geburtstag habe ich mir zum ersten mal ein Geburtstagskleid genäht, und damit eines meiner Lieblingskleider dieses Jahres geschaffen :


Mit einigen Nähfreundinnen war ich auf der Nadelwelt in Karlsruhe, wo ich auch wieder bekannte Gesichter vom Stuttgarter Bloggertreffen sah :)

Dann entsprang in meinem Kopf die Idee einen Basisschnitt zu erstellen, ursprünglich um herauszufinden welche Änderungen ich bei Kaufschnitten vornehmen muss, damit diese passen. Relativ schnell wurde mir aber bewusst, dass ich mit einem Basisschnitt ja ganz einfach eigene Schnittmuster erstellen kann :)) Leider ist es eine ganz schöne Geduldsprobe so einen Basisschnitt zu erstellen und ich bin auch noch nicht durch. Zum Glück habe und hatte ich die ganze Zeit große Hilfe von Julia (sewing galaxy), Immi (Immi Meyer Nähblog) und ganz vielen anderen Lesern meines Blogs. Danke dafür!


Dann kam der tolle BH Sew Along von Julia, was auch total praktisch war, denn ich hatte mir ja das Nähen von BHs für 2015 vorgenommen. Und ohne diesen Sew-Along wäre das vermutlich nichts geworden, da am Anfang immer die Hürde des Bestellens der unheimlich vielen Zutaten steht! Leider, leider ist dabei kein tragbarer BH raus gekommen, weil mir die zwei getesteten Schnittmuster nicht gefielen und als ich dann letztendlich den Schnitt eines bestehenden BHs abgenommen habe, hat es nur noch für ein Probemodell gereicht:


Aber gleich zu Jahresanfang werde ich endlich einen (hoffentlich) tragbaren BH nähen, das habe ich mir ganz fest vorgenommen. Alles was ich dafür brauche ist da, also kann ich mich nicht rausreden ;)

Mit Muriel ging es im Oktober dann zur anNÄHerung_süd nach Würzburg. Ein Wochenende Nähen, Nähen und Nähen mit den tollsten Menschen der Welt: Nähbloggerinnen :D Das war wirklich wunderschön und wird nächstes Jahr auch wiederholt! Übrigens, Muriel hat einen ganz tollen Special-Podcast mit Kurz-Interviews der Teilnehmer gemacht. Wer ihn noch nicht gehört hat, sollte das unbedingt nachholen! 


Einen Monat später ging es dann zum Nähblogger-Treffen nach Köln. Auch wieder eine sehr coole Aktion organisiert von Dreikah, Susi, FrauMachenstattkaufen, Frau Overluck, LucyMarjaKatz und Bele. Da hatte ich mich ja dann schon dran gewöhnt andere nähende Frauen die bloggen kennen zu lernen und das war auch wieder ganz toll und nähflauschig :)

Zwei Sew-Alongs hatte ich zwar angefangen, aber nicht weitergeführt. Das waren zum einen der Winterjacken Sew Along und der (sooo tolle) Weihnachtskleid Sew Along. Leider hatte ich bei meiner Arbeit so viel zu tun, dass diese Projekte einfach nicht mehr reingepasst haben, was ich sehr bedauere. Aber diese Aktionen kommen ja wieder, oder ich nähe den Mantel und das Kleid einfach so.

Doch vorerst soll nun endlich mein Basisschnitt fertig werden, inklusive einer Abwandlung für Jersey. Vorher wird nichts anderes genäht, außer der BH, das habe ich mit Muriel schon fest ausgemacht und das ist auch unabhängig vom Basisschnitt.

Letztes Jahr hatte ich mir ja noch eine Sofa-Decke zu Stricken vorgenommen... ähm ja, da bin ich leider nicht über die Maschenprobe und das Anlegen eines Ravelry-Projekts hinausgekommen :D


Momentan habe ich noch ein Jäckchen auf den Nadeln, aber sobald das abgekettet ist, wird mit der Decke begonnen ;)
Insgesamt ein tolles und aufregendes Näh- und Strickjahr, da freue ich mich schon richtig auf das nächste :)

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Me Made Mittwoch - Bronte

Nach langer Zeit gibt es mal wieder einen Kauf-Schnitt an mir zu sehen ;) Das Bronte-Top will ich schon seit einr halben Ewigkeit nähen, das Schnittmuster habe ich immerhin vor 1,5 Jahren gekauft! Das Shirt hatte ich dann sogar als Notfall-Shirt für die anNÄHerung zugeschnitten, genäht habe ich es aber erst vor wenigen Wochen. Dabei ging das sogar sehr schnell!


Durch die Auswahl meiner Stoffe hat es einen ziemlich sportlichen Look bekommen. Das macht es für mich im Alltag eher weniger tragbar. Aber das ist nicht der einzige Grund, ich habe auch Brustabnäher hinzugefügt, und irgendwie gefallen die mir gar nicht. Sind auch ein bisschen zu lang glaub ich.


Beim nächsten Mal würde ich die Abnäher eher so schräg von unten kommen lassen, ich glaube das sieht besser aus. Irgendwie finde ich aber, dass Abnäher bei Jersey viel sichtbarer sind als bei einem Webstoff  D:


Bevor ich zugeschnitten habe, musste ich aber einiges messen und den Schnitt verändern. Vorder- und Rückseite sind eigentlich genau gleich, das finde ich ungewöhlich, ich dachte immer eine Seite davon müsste größer sein (also breiter) als die andere. Außerdem war keine Taille eingezeichnet, was es schwerer macht von Vornerein Anpassungen zu machen. Ich bin jetzt aber sehr zufrieden mit der Passform. An den Ärmeln habe ich nichts geändert und ich finde die sitzen echt super!


Kurze Zeit hatte ich auch überlegt diesen Schnitt fortan als Basisschnitt für Jersey-Teile zu nehmen, sehe aber jetzt auf den Fotos erst schrecklich viele Falten zwischen Schulter und Brust - meh. Da muss ich wohl doch wieder selber ran.
Egal wie, ich mag den Schnitt, und finde den Ausschnitt wirklich toll. Der wird sicher noch mal genäht, dann vielleicht als Mashup mit "Nettie" als Body ;-)

Schnitt: Bronte Top
Material:  Viskose-Jersey aus dem Stoffladen, Rest Viskose-Jersey von Stoffekontor
Änderungen: nur Figuranpassungen

Die anderen kreativen Menschen gibt es hier auf dem Me-Made-Mittwoch-Blog zu sehen, der letzte in diesem Jahr, präsentiert von Lucy in the Sky!

Sonntag, 20. Dezember 2015

Das Bleistiftrock-Experiment

Weit schwingende Röcke sind echt mein Ding. So schön leicht und mädchenhaft. Bleistiftröcke klingen für mich nach Bankkauffrau, erwachsen, seriös. Bin ich ja nicht. Nicht immer. Aber für manche Gegebenheiten ist es schon besser etwas erwachsender angezogen zu sein, daher schwirrte mir schon länger im Kopf doch mal ein, zwei Bleistiftröcke zu nähen.

Mit Fertig-Schnittmustern ist das ja immer so eine Sache, In der Taille brauche ich Gr. 38 in der Hüfte 42/44. In der Vergangenheit habe ich es dann so gemacht, dass ich von der Hüfte zur Taille die Größen ineinander laufen hab lassen, das gibt dann an der Hüfte eine ziemliche Kurve, die ja in echt gar nicht da ist, weil die "Masse" bei mir am Po ist. Deswegen saßen solche Röcke bei mir in der Vergangenheit auch ziemlich blöd und rutschten um mich rum, hatte komische Falten, einfach blöd halt.
Aber jetzt wo ich meinen Basisschnitt habe, sollte es ein leichtes sein, so einen Bleistiftrock zu nähen ;)


Normale Menschen würden erstmal einen ganz schlichten Rock, mit Abnähern und vielleicht einen Taillenband nähen, ich aber wollte es mal wieder gleich wissen und habe mich für die "etwas" schwierigere Variante mit 9-teiligem Bund, Prinzess-Nähten und Vordertaschen entschieden.


Normale Menschen würden auch, wenn sie denn schon so einen schwierigen Schnitt nähen, erst mal ein Probestück nähen. Ach nö, ich habe mit meinem selbst erstellen Schnittmuster gleich mal den richtigen Stoff zugeschnitten.
Ich sag's euch, an dem Rock saß ich echt ewig! Zu meiner letzten Version des Basisschnitts schrieb jemand in den Kommentaren, dass meine Seitennaht am Rock zu weit vorne ist. Ich hielt das nicht für so gravierend, doch an diesem Rock dann, fiel es mir sofort ins Auge. Das war ein ziemlicher Akt, das zu korrigieren. 

hier ist irgendwas schief...

Außerdem befand ich meine Prinzess-Nähte als zu weit außen, ich habe sie dann, soweit es die Nahtzugabe noch her gab, nach innen versetzt. Vorne gefällt es mir jetzt, hinten könnten sie noch weiter in die Mitte.
Auch den Bund habe ich noch verändert, er ist jetzt viel kurviger als ich es in meinem Schnitt konstruiert habe. Da musste ich auch wieder aus der Nahtzugabe rausholen was ging.

...hier auch, aber ich denke es ist nicht der Rock ;)

Als Schlitz wolle ich eigentlich einen einfachen Schlitz, doch befand, das sah zu unprofessionell aus und entschied mich spontan zu einem Schlitz mit flacher Falte.

Als dann der Außen-Rock endlich fertig war, gings mit dem Futter los...
Der Rock-Stoff hat Stretch-Anteile, das Futter aber nicht, also habe ich es im Schrägen Fadenlauf zugeschnitten. Und das, bei einem Stoff der sich dank 100% Viskose sich schon ohne Ende verzieht, wenn man nur einmal schief drauf schaut.

Da Futter wollte ich mit dem Rock verstürzen. Dass es etwas länger sein muss als der Rock, damit es sich bewegen kann, wusste ich, allerdings habe ich alles etwas knapp bemessen und mein Futter ist am Ende nur 2cm länger gewesen. Hinten war das okay, doch vorne ist irgendwas ganz schief gelaufen, denn sobald ich mich in meinem Rock bewegt habe, zog sich der Saum nach oben :(


Nachträglich habe ich dann meinen Saum verlängert und das Futter von Hand angenäht. Ziemliches Gepfusche von innen, aber musste sein.
Damit der Schlitz von innen mit dem Futter ganz toll aussieht habe ich mich an diese Video-Anleitung gehalten, leider ist mein Ergebnis nicht so schön geworden:

Der Bügeleisenabdruck verrät, dass ich noch versucht habe es schön hin zu bügeln :D

Es funktioniert zwar alles wie es soll, sieht aber echt stümperhaft aus, ich schäm' mich! Beim nächsten mal muss ich echt einen anderen Futterstoff nehmen, oder vielleicht alle Nahtzugaben vorher absteppen, damit sich nicht alles so verzieht.


Und weil ich noch nicht genug hatte von neuen Techniken, habe ich noch das Futter schön an den nahtverdeckten Reißverschluss genäht, nach diesem kostenlosen Craftsy-Kurs.

*ischbinjasofrohdassesvorbeiist*

Zu meinem Rock trage ich meine rote Nettie und meine neuen Chie Miharas, die ich beim Bloggertreffen in Köln gekauft habe:


Das Outfit habe ich so schon getragen und ich muss sagen, dass der Rock doch sehr bequem ist, allerdings beim Sitzen doch ziemlich hoch rutscht. Liegt wohl daran, dass der Bauch dann so gestaucht wird, mehr Platz braucht und den Rock nach oben schiebt - ist halt so :D
Mein nächster Bleistiftrock wird dann gaaaaanz schlicht.

Sonntag, 13. Dezember 2015

Meine Nähmaschine: Janome 419S

Marja Katz hat dazu aufgerufen, unsere Nähmaschinen vorzustellen und zu bewerten. Da mache ich gerne mit!

Anschaffung und Folgekosten


  • Welches Modell hast Du, welchen Preis hatte Deine Nähmaschine und wann hast Du sie gekauft? 
Ich habe eine Janome 419S, gekauft für 350€ irgendwann 2008. 
Das sehr ähnliche Nachfolgemodell ist die 423S.


  • Findest Du das Preis-Leistungs-Verhältnis angemessen?
Mir fehlt da ehrlich gesagt der Vergleich. Vom Gefühl her finde ich sie ein bisschen zu teuer.
  • Welche Eigenschaften waren für Dich ausschlaggebend für die Kaufentscheidung?
Elastikstich, Dreifach-Zickzackstich, Freiarm, automatisches Knopfloch, rein mechanische Steuerung. Außerdem fand ich die Nadeleinfädelhilfe echt toll, und den verstellbaren Nähfüßchendruck. 
  • Wie viel Zubehör wird mitgeliefert und wie teuer ist ein eventuelles Nachrüsten von Zubehör, z.B. Nähfüßchen?
Mit dabei waren eine harte Abdeckung, Knopflochfuß, Saumführung, Rollsaumfüßchen, Reißverschlussfüßchen, drei Spulen, Schraubenzieher, Öl. Außerdem ein Nahttrenner und ein Satz Nadeln, beides habe ich aber nicht mehr.

Zubehör

Die meisten Füßchen kosten 9€ oder 17€, der Obertransport- und Raupenfuß sind teurer. 
  • Wie viel Zubehör gibt es insgesamt für Deine Nähmaschine, welches davon hast Du und welches davon nutzt Du am meisten? Welches möchtest Du unbedingt noch anschaffen?
Es gibt ca. 20 verschiedene Füßchen und einen Anschiebetisch. Ich habe mir noch ein Füßchen für Nahtverdeckte Reißverschlüsse und einen Kantennähfuß gekauft. Erster ist unentbehrlich, letzteren hätte ich nicht unbedingt gebraucht. Außerdem habe ich mir das Raupenfuß-Set geleistet, welches 59€ gekostet hat. Man bekommt für das Geld nicht nur das Füßchen selbst, sondern auch eine ganze Menge - in meinen Augen überflüssiges - Zubehör. Dies sind Anbauteile für verschiedene Saumbreiten und einen verstellbaren Schrägbandeinfasser. Wie auch bei einem Rollsaumfüßchen, habe ich den Eindruck solcherlei Zubehör funktioniert nur wenn man gerade Nähte ohne Hindernisse wie Seitennähte und enge Rundungen hat. Ich nähe Säume und Schrägbänder ganz gut ohne solches Zubehör! Trotzdem möchte ich das Raupenfüßchen nicht missen, denn ohne könnte ich feinere Jerseys und Microfaser nicht nähen, da die Maschine solche Stoffe gnadenlos frisst, der Faden ständig reißt und Stiche ausgelassen werden.

Raupenfüßchen mit Zubehör-Box, Füßchen für Nahtverdeckten RV, Kantennähfuß
Ich hätte gerne noch den Anschiebetisch, den kann man aber nur in Polen bestellen, und ich habe mich noch nicht dazu durchringen können
  • War Deine Nähmaschine schon einmal kaputt? Kannst Du eine Aussage darüber machen, ob die Reparatur- oder Wartungskosten hoch sind (z.B. aufgrund aufwendiger Elektronik)?
Kaputt war sie bisher noch nie, ich habe sie einmal Warten lassen, was 70€ gekostet hat. Man sollte sie sehr oft ölen, da sie sonst unheimlich laut ist.
  • Wo würdest Du Dein Modell einordnen (Holzklasse, Mittelklasse, Luxusklasse) und für wen würdest Du es empfehlen (Anfänger, Fortgeschrittene, Profi)
Auf den ersten Blick wirkt die Maschine recht einfach, mit ihren paar Stichen und mit ihrer mechanischen Steuerung, doch ich brauche ehrlich gesagt keine 248 Stiche und alles was man so braucht, hat diese Maschine: Freiarm, automatisches Knopfloch, Elastik-Stiche, Füßchen für verschiedene Anforderungen. Sie ist leicht zu bedienen und robust. Ich würde sie als Mittelklasse einordnen. Es ist eine Maschine, die super für Anfänger geeignet ist, von der man aber auch als Fortgeschrittener noch viel hat!

Praktikabilität


  • Wie groß und wie schwer ist Deine Nähmaschine?
Die Maße sind W 407 x H 305 x D 175mm und sie wiegt ca. 7kg
  • Kommt Deine Nähmaschine für einen Auf- und Abbau bei flexiblen Arbeitsplätzen in Frage oder ist sie eher für feste Arbeitsplätze geeignet?
Die Maschine ist schnell auf- und abgebaut. 
  • Wie aufwendig ist Abbau/Verpackung/Transport für gemeinsame Nähkränzchen?
Ich gehe häufig zu Nähtreffen, von Maßen und Gewicht her kann ich sie problemlos umher tragen. Ich packe sie ohne Abdeckung in einen stabilen Beutel und hänge sie mir um die Schulter. Das ist praktischer, da ich mit der Straßenbahn unterwegs bin und auch ein bisschen laufen muss. Das Zubehör verstaue ich in meinem Rucksack. 
  • Lässt sich die Nähmaschine gut reinigen oder kommst Du an einige Stellen gar nicht heran?
Mit einer Schraube lässt sich die obere Abdeckung lösen, Greifer und Schiffchen sind mit wenigen Handgriffen gelöst. Mit einem Staubsauger lässt sich dann alles perfekt reinigen, die Stichplatte muss man nicht zwingend abschrauben. 
  • Wie ist die Helligkeit der Beleuchtung?
Für meine Begriffe hell genug.
  • Wie laut ist die Maschine?
Sehr laut. Wenn ich bei einem Nähtreffen bin, weiß es auch jeder. Wenn sie frisch geölt ist, läuft sie deutlich leiser. Ich öle sie daher sehr häufig :D 
  • Ist die Maschine intuitiv bedienbar?
Ja, absolut! Die Anzahl der Stiche ist sehr übersichtlich, wo man Länge und Lage der Nadel einstellen kann, wird auch sofort klar! 
  • Ist die Bedienungsanleitung ausführlich genug?
Ja.
  • Kann man die Nähmaschine auch ohne Pedal bedienen?
Nein. 

Näheigenschaften


  • Welche Nähmaschine(n) hattest Du bisher? Wie schätzt Du Deine Maschine im Vergleich dazu ein?
Ich hatte vorher eine Aldi-Maschine, und ich hatte Glück, die war echt gut! Sie war ebenfalls sehr robust und einfach zu bedienen, leider fehlten Elastik-Stiche und der Freiarm. Sie hat sich auf häufig verhaspelt, Fadennester produziert und Stoffe gefressen. Trotzdem nicht unbedingt die schlechteste Maschine. Meine Janome hat im Vergleich dazu jedoch mehr Einstellmöglichkeiten und näht einfach sauberer. Mir waren auch die Elastik-Stiche wichtig und alles andere was ich oben unter "Anschaffung und Folgekosten" geschrieben habe. 
  • Wie oft nähst Du? Was nähst Du hauptsächlich und findest Du Deine Nähmaschine dafür ungenügend, perfekt ausreichend oder etwas oversized?
Ich nähe fast jeden Tag und hauptsächlich Kleidung. Dafür reicht die Maschine auf jeden Fall aus, Schwächen hat sie allerdings bei feineren elastischen Stoffen. Da sollte man wirklich auf 1A Qualität bei Nadeln und Garn achten, sowie den Raupenfuß verwenden. Dadurch schafft sie dann auch diese Stoffe problemlos. 
  • Welches Feature fehlt Dir für Deine Näharbeiten und auf welches Vorhandene möchtest Du auf gar keinen Fall verzichten?
Mir fehlt nichts, unverzichtbar finde ich das automatische Knopfloch und den Freiarm. 
  • Hat Deine Nähmaschine Features, die Du für unsinnig hältst?
Den verstellbaren Nähfüßchendruck verwende ich selten. Er soll zwar für Jersey-Arbeiten sehr praktisch sein, doch gerade da finde ich eigentlich einen hohen Druck gut, da dies auch bedeutet die Maschine mehr Kontrolle über den Stoff hat. Wirklich unsinnig ist er nicht, aber verzichtbar. 
  • Welche Knopflochfunktion(en) hat Deine Nähmaschine und bist Du damit zufrieden? Was könnte besser sein?
Für die Knopflöcher gibt es ein spezielles Füßchen in welches man den Knopf einspannen kann, und dann näht sie dafür das passende Knopfloch. Leider kommen die Knopflöcher damit etwas zu groß raus. Ich mache es so, dass ich den Knopf wieder aus dem Füßchen nehme und ihn dann noch mal etwas kleiner einstelle. Man kann mit der Maschine allerdings nur normale Knopflöcher nähen, keine mit Auge oder Rundung. Das finde ich jedoch völlig ausreichend, bin also zufrieden.
  • Potentielle Problemzonen 
     
    • Wie näht Deine Nähmaschine enge Rundungen?
     
    Das erfordert etwas Übung, geht aber gut. Zur Not kann man mit einer verringerten Stichlänge oder ein paar Runden mit dem Handrad nachhelfen.   
     
    • Ist das Stichbild sauber, auch bei sehr dickem Nähgut oder sehr schnellem Nähen?
     
     Manchmal ist das Stichbild auf der Unterseite unsauber, da ist in regelmäßigen Abständen ein Stich zu locker. Dies hat sich aber nach meiner letzten Wartung erledigt. Die Maschine kann sehr gut mit dicken Stoffen umgehen, nur wenn es zu Erhöhungen z.B. an einer Seitennaht kommt, macht sie kleinere Stiche. Ich helfe dann meist mit dem Handrad nach oder lege ein Lineal hinten unter das Füßchen, das klappt ganz gut. Näht man sehr schnell, kann es passieren, dass der Faden reißt. Inzwischen weiß ich aber woran dies liegt, es hängt nämlich davon ab was für eine Garnrolle man verwendet. Mit den kleinen 100m oder 200m Garnrollen von Gütermann gibt es keine Probleme, die großen mit 500m scheinen sich nicht für meine Maschine nicht gut und gleichmäßig abwickeln zu lassen und dann gibt es halt Probleme. Man merkt dies auch wenn man den Faden auf die Unterfadenspule umspult, das wird bei großen Garnrollen sichtbar ungleichmäßiger.    
     
    • Ist der Stofftransport gerade und gleichmäßig, auch wenn Du den Stoff nicht aktiv führst?
     
     Ja, nur bei Erhöhungen gibt es, wie schön gesagt manchmal Probleme.
     
    • Ist ein sauberes Nähen an Stoffkanten möglich, ohne dass sich die Naht oder der Stoff zusammenzieht? (Nahtanfänge, versäubern)
     
    Ja, man sollte allerdings immer die Fadenenden am Anfang festhalten. Bei dünnen, labberigen Stoffen wird der Stoff gefressen, da lege ich immer etwas Stickvlies drunter. Allerdings denke ich, dass man auch bei teureren Modellen hier etwas aufpassen muss. 
     
    • Werden elastische Stoffe problemlos genäht oder wellt der Stoff?
     
    Seit ich das Raupenfüßchen habe, gibt es mit elastischen Stoffen kaum noch Probleme. Etwas festere Baumwolljerseys oder Sweat gehen auch so, dünne Viskose Jerseys würden nur mit viel gutem zureden gehen. Der Stoff wird gefressen, der Faden reißt und es werden Stiche ausgelassen. Da ist das Raupenfüßchen eine echte Offenbarung. Zusätzlich sollte man aber auch qualitativ hochwertige Nadeln und Nähgarn verwenden.  
     
    • Wie ist die Kontrolle über Nähgeschwindigkeit? Ist sehr schnelles oder sehr langsames Nähen (Stich für Stich) möglich?
     
    Schnelles nähen geht gut, wird halt nur sehr laut :D Sehr langsam und gleichmäßig kann dies Maschnine allerdings nicht nähen. Sie braucht eine gewisse Anfangsgeschwindigkeit um überhaupt los zulegen. Da verwende ich im Zweifelsfall das Handrad für die ersten paar Stiche. 
     
    • Bei welchen Nähfragen kommst Du an die Grenzen Deiner Nähmaschine? Was funktioniert überhaupt nicht?
     
    Badeanzugstoffe kann diese Maschine überhaupt nicht nähen. Bisher beschränkte sich dies bei mir nur auf kleinere Reparaturen oder Anpassungen bei gekaufter Badekleidung, vielleicht kann man das Ergebnis mit bestimmten Einstellungen und speziellen Nadeln noch verbessern. 

Wie ist Dein abschließendes Gesamturteil in Kurzform? Auf einer Skala von 1 bis 5 – wie viel Sterne würdest Du Deiner Nähmaschine geben und warum?

Ich bin sehr zufrieden mit meiner Maschine und denke sie wird mich noch lange begleiten. Sie hat ihre Schwächen bei feinen elastischen Stoffen, mit Webstoffen, auch mit dickeren, kommt sie jedoch sehr gut klar. Sie hat alles was man braucht, um Kleidung zu nähen und ist sehr robust. Ich gebe ihr 4 Sterne

Alle anderen Nähmaschinen-Berichte sind hier bei Marja Katz. Vielen Dank für die Organisation, das ist wirklich eine ganz tolle Idee!  

Freitag, 11. Dezember 2015

Eenie meenie... das Marsimoto-Shirt

Seit ich zufällig in einer schlaflosen Nacht ein Marsimoto-Konzert im ZDF gesehen habe, wollte ich ihn unbedingt mal live sehen. Gestern war es dann soweit, ich war seinem Konzert in Mannheim. Als richtiges Fan-Girl brauchte ich natürlich ein passendes Shirt. Und als Hobbyschneiderin sollte dies natürlich selbst gemacht sein :) Wie es aussehen sollte war mir schnell klar: Kapuzenshirt mit der unverkennbaren grünen Maske drauf!


Der Schnitt ist - wie könnte es anders sein - selbst erstellt, aus meinem Basisschnitt. Ich habe ihn für einen Jersey-Basisschnitt abgewandelt, so wie es Suzy Furrer in Patternmaking Basics: The Bodice Sloper zeigt.


Weil mich die Methodik doch etwas skeptisch gemacht hat, habe ich vorsichtshalber mal zwei Zentimeter Nahtzugabe gelassen. War auch gut so, das Shirt war nämlich am Busen zu eng, ab der Taille dafür viel zu weit! Trotz dass ich um die Brust so viel rausgelassen habe wie nur ging, spannt es immer noch etwas und gibt diese unschönen Falten an der Seite. Vielleicht brauche ich einfach einen Brustabnäher bei Jersey-Shirts?
Die Brustabnäher werden nach Suzy Furrer nicht genäht, die Mehrlänge wird einfach am Saum weggenommen. Dies gibt dann einen gebogenen Saum, der sich - theoretisch - beim fertig genähten Shirt wieder gerade ziehen sollte.
Ja, funktioniert 1A. Nicht.
Ich habe den geschwungen Saum vorne aber so gelassen, mir gefällt der Look.
IsaLaBella  hat auf ihrem Blog auch schon davon Berichtet, dass der Jersey-Basisschnitt nach Suzy nicht so das Wahre ist (finde leider gerade den Beitrag nicht mehr).


Hinten habe ich die altbekannten Hohlkreuz-Falten. Dies kann man bei mir allerdings nur mit einer Mittelnaht beheben.

Außerdem habe ich noch eine Kapuze konstruiert, das war einfach, sie ist nur leider etwas klein geworden. Ist aber sowieso nicht wirklich zum aufziehen gedacht ;). Den Rand habe ich mit einem Jersey-Band eingefasst. Die ganze Kapuze habe ich dann mit dem Halsbündchen mitgefasst:


Wie ich den Marsi aufs Shirt bringen sollte, darüber habe ich mir lange nachgedacht. Im Kopf hatte ich Pluster-Farbe, Sticken oder Reverse Appliqué. Ich bin einfach mal in den Nähladen gegangen um mich inspirieren zu lassen. Da entdeckte ich aufbügelbare Bilder aus Glitzersteinchen. Die gab es auch einzeln - für 30 Cent das Stück!!! 30 Cent für ein Steinchen mit 1-2mm Durchmesser! Man kann sich ja vorstellen, dass 100 Steinchen eigentlich fast nix sind. 
Beleidigt bin ich in den Bastelladen gegangen und habe dort so genannte "Delica Beads" gefunden. Was genau der Unterschied zu Rocailles ist, weiß ich nicht, jedenfalls sind diese Perlen wirklich winzig, was ich genau richtig für mein Vorhaben fand!

Ich habe die Maske auf Papier vorgezeichnet und dann mit Wachspapier auf das Shirt gerädelt.



Auf die Innenseite habe ich ein großes Stück Stickvlies geheftet und das ganze dann ein einen Stickrahmen eingespannt. 
Gestickt habe ich dann wirklich jede Perle einzeln. Ich habe sehr häufig die Strecke unterbrochen, um die Dehnbarkeit des Shirts nicht zu beeinträchtigen und um zu verhindern, dass die komplette Maske sich auflöst, falls der Faden reißt. 



Das Stickvlies habe ich dann am Ende ganz vorsichtig abgerissen. Eines zum Abwaschen wäre da vielleicht praktischer gewesen, aber das hatte ich nicht da. 
Ich bin mit dem Ergebnis wirklich sehr zufrieden, vorallem weil die Perlen wunderschön funkeln. Die stehen den überteuerten Swarovski-Hotfix-Steinchen in nichts nach :)



Das Outfit konnte ich perfekt mit grünen Chucks ergänzen, sowie einem passenden Augen Make-Up:


Alle Augen leuchten green!
Kommt leider auf dem Foto nicht so gut raus, aber mein Lidstrich ist Grasgrün! 
Dieses Shirt zu machen, hat echt Spaß gemacht, übertroffen wurde es nur von einem genialen Konzert - ich bin immer noch ganz geflasht :D


Beim nächsten Song möchte ich gerne, dass ihr alle eure Feuerzeuge hochhaltet, 
und nicht eure bescheuerten Handys!

Zwar nicht von gestern, aber genauso episch: