Freitag, 11. Dezember 2015

Eenie meenie... das Marsimoto-Shirt

Seit ich zufällig in einer schlaflosen Nacht ein Marsimoto-Konzert im ZDF gesehen habe, wollte ich ihn unbedingt mal live sehen. Gestern war es dann soweit, ich war seinem Konzert in Mannheim. Als richtiges Fan-Girl brauchte ich natürlich ein passendes Shirt. Und als Hobbyschneiderin sollte dies natürlich selbst gemacht sein :) Wie es aussehen sollte war mir schnell klar: Kapuzenshirt mit der unverkennbaren grünen Maske drauf!


Der Schnitt ist - wie könnte es anders sein - selbst erstellt, aus meinem Basisschnitt. Ich habe ihn für einen Jersey-Basisschnitt abgewandelt, so wie es Suzy Furrer in Patternmaking Basics: The Bodice Sloper zeigt.


Weil mich die Methodik doch etwas skeptisch gemacht hat, habe ich vorsichtshalber mal zwei Zentimeter Nahtzugabe gelassen. War auch gut so, das Shirt war nämlich am Busen zu eng, ab der Taille dafür viel zu weit! Trotz dass ich um die Brust so viel rausgelassen habe wie nur ging, spannt es immer noch etwas und gibt diese unschönen Falten an der Seite. Vielleicht brauche ich einfach einen Brustabnäher bei Jersey-Shirts?
Die Brustabnäher werden nach Suzy Furrer nicht genäht, die Mehrlänge wird einfach am Saum weggenommen. Dies gibt dann einen gebogenen Saum, der sich - theoretisch - beim fertig genähten Shirt wieder gerade ziehen sollte.
Ja, funktioniert 1A. Nicht.
Ich habe den geschwungen Saum vorne aber so gelassen, mir gefällt der Look.
IsaLaBella  hat auf ihrem Blog auch schon davon Berichtet, dass der Jersey-Basisschnitt nach Suzy nicht so das Wahre ist (finde leider gerade den Beitrag nicht mehr).


Hinten habe ich die altbekannten Hohlkreuz-Falten. Dies kann man bei mir allerdings nur mit einer Mittelnaht beheben.

Außerdem habe ich noch eine Kapuze konstruiert, das war einfach, sie ist nur leider etwas klein geworden. Ist aber sowieso nicht wirklich zum aufziehen gedacht ;). Den Rand habe ich mit einem Jersey-Band eingefasst. Die ganze Kapuze habe ich dann mit dem Halsbündchen mitgefasst:


Wie ich den Marsi aufs Shirt bringen sollte, darüber habe ich mir lange nachgedacht. Im Kopf hatte ich Pluster-Farbe, Sticken oder Reverse Appliqué. Ich bin einfach mal in den Nähladen gegangen um mich inspirieren zu lassen. Da entdeckte ich aufbügelbare Bilder aus Glitzersteinchen. Die gab es auch einzeln - für 30 Cent das Stück!!! 30 Cent für ein Steinchen mit 1-2mm Durchmesser! Man kann sich ja vorstellen, dass 100 Steinchen eigentlich fast nix sind. 
Beleidigt bin ich in den Bastelladen gegangen und habe dort so genannte "Delica Beads" gefunden. Was genau der Unterschied zu Rocailles ist, weiß ich nicht, jedenfalls sind diese Perlen wirklich winzig, was ich genau richtig für mein Vorhaben fand!

Ich habe die Maske auf Papier vorgezeichnet und dann mit Wachspapier auf das Shirt gerädelt.



Auf die Innenseite habe ich ein großes Stück Stickvlies geheftet und das ganze dann ein einen Stickrahmen eingespannt. 
Gestickt habe ich dann wirklich jede Perle einzeln. Ich habe sehr häufig die Strecke unterbrochen, um die Dehnbarkeit des Shirts nicht zu beeinträchtigen und um zu verhindern, dass die komplette Maske sich auflöst, falls der Faden reißt. 



Das Stickvlies habe ich dann am Ende ganz vorsichtig abgerissen. Eines zum Abwaschen wäre da vielleicht praktischer gewesen, aber das hatte ich nicht da. 
Ich bin mit dem Ergebnis wirklich sehr zufrieden, vorallem weil die Perlen wunderschön funkeln. Die stehen den überteuerten Swarovski-Hotfix-Steinchen in nichts nach :)



Das Outfit konnte ich perfekt mit grünen Chucks ergänzen, sowie einem passenden Augen Make-Up:


Alle Augen leuchten green!
Kommt leider auf dem Foto nicht so gut raus, aber mein Lidstrich ist Grasgrün! 
Dieses Shirt zu machen, hat echt Spaß gemacht, übertroffen wurde es nur von einem genialen Konzert - ich bin immer noch ganz geflasht :D


Beim nächsten Song möchte ich gerne, dass ihr alle eure Feuerzeuge hochhaltet, 
und nicht eure bescheuerten Handys!

Zwar nicht von gestern, aber genauso episch:


Kommentare:

  1. Wow, ein tolles Teil! Bist du angesprochen worden auf dein Shirt? Dass die Passform nicht optimal ist, dürfe den meisten (Nichtnähenden) gar nicht auffallen... Bei mir war der Knitsloper nach Furrer mehr sonderbar als wunderbar. Ich habe dann kurzerhand meinen Standardshirtschnitt zum Knitsloper ernannt. Wäre toll, wenn du später mal etwas dazu schreiben könntest, wie sich die Perlen nach mehrfacher Wäsche etc so schlagen. Die Idee ist wirklich klasse!

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  2. Nee, komischerweise nicht! Ich werde das mit dem Jersey Sloper auch irgendwie anders lösen müssen. Werde berichten :D
    Liebe Grüße,
    yacurama

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