Dienstag, 30. Dezember 2014

Jahresrückblick 2014

Ein ganzes Jahr geht zuende und es ist interessant zu sehen, was in diesem Jahr alles entstanden ist. Ich würde sagen, ganz schön viel =) Die Bildchen kann man anklicken und man gelangt zu dem entsprechenden Blogbeitrag. Über kleinere Strickprojekte wie Socken habe ich nicht gebloggt, man gelangt beim anklicken stattdessen zu dem Ravelry-Projekt. http://miniextravaganz.blogspot.de/2014/07/me-made-mittwoch-das-schwesternshirt.html


Vor etwa anderthalb Jahren habe ich beschlossen, dass ich wieder mehr Nähen will. Gründe dafür waren mein total unerfreulicher Kleiderschrankinhalt und das mangelnde Angebot an schöner, passendender und wenn es geht noch ökologisch korrekter Kleidung. Nachdem das erste halbe Jahr nähtechnisch sehr schleppend verlaufen ist, habe ich das letzte Jahr doch so einiges geschafft, was mich echt ein bisschen stolz macht. Leider erfüllen aber nicht alle Stücke meine Ansprüche (Lieblingsteile, hochwertig, super Passform), aber ich finde das gar nicht so schlimm, denn ich wusste ja anfangs noch gar nicht wo ich stilmäßig hin will, was mir steht und was überhaupt nähtechnisch möglich ist. Das letzte Jahr hat mir da so einigen Aufschluss gegeben und ich wollte mir mit diesem Blogbeitrag ein paar Do's und Dont's aufschreiben um für nächste Jahr gewappnet zu sein ;)

Farben:
Über ein Forum bin ich auf verschiedene Seiten die sich mit der Farbtypenlehre beschäftigen gestoßen. Ich weiß schon länger, dass ich ein Sommertyp bin, doch mit einigen Farben aus der Sommerpalette war ich bisher nicht so zufrieden, und fand auch, dass es Farben gibt die für einen Sommer untypisch sind, die mir aber stehen. Einigen anderen Menschen ist wohl auf aufgefallen dass 4 Jahreszeiten nicht ausreichen und haben das System erweitert. Es gibt Systeme mit 16 Farbtypen oder mit 12. In dem 12er System habe ich mich als sogenannter "Soft Summer" wiedergefunden, ein Farbtyp der keine starken Kontraste verträgt und von den Farben her auch schon leicht in den Herbst rein geht. Meine Farben sind also immer abgetönt und keinesfalls zu kalt oder knallig. Alle Farben aus dieser Palette stehen mir:

http://www.decorcus.com/hairstyle-ideas/which-hair-color-is-best-for-you-comparing-hair-colors.html

...und ich werde auch keine anderen mehr tragen^^

Und damit geht es auch schon fließend über zum Stoffkauf:
In Stoffläden gibt es meistens einen Spiegel. Ich stelle mich mit dem Stoffballen unterm Kinn davor und überprüfe ob ich die Farbe tragen kann. Online werde ich keinen Stoff mehr kaufen ohne Stoffproben zu kaufen. Einzige Ausnahmen: Stoffekontor. Dort habe ich im letzten Jahr sehr häufig bestellt und die Farben am Bildschirm waren immer sehr gut getroffen. Dort würde ich jederzeit ohne Stoffprobe bestellen.

Stoffarten:
Ich liebe ja Baumwolle. Aber ich werde wohl keinen Baumwolljersey mehr verwenden. Er trägt sich einfach nicht gut, ist nicht formstabil, zu dick und zu unelastisch. Ausnahme war der feine Leojersy aus dem ich dieses Shirt genäht habe. Der ist vom Tragefühl wirklich toll aber das er nicht so elastisch ist, muss man von vornerein berücksichtigen.
Also, Viskosejersey, Viskosejersey, Viskosjersey, Modal ;) Wirklich tolle Tragefefühl und schön elastisch :) Seidenjersey, auch so toll nur seeehr teuer und leider auch nicht so extrem elastisch. Merinojersey - nööö. Ich bin so froh, dass ich nun endlich weiss, dass ich ihn nicht tragen kann. Dann muss ich nicht mehr ständig drüber brüten, ob ich das Geld nun wirklich ausgeben will :D
Bei den Webstoffen liegbt bei mir ganz klar Baumwollbatist vorn. Sonst kann ich aber noch nicht so viel über Webstoffe sagen... Da werde ich das nächste Jahr noch Erfahrungen sammeln. Chambrey, Viskosewebstoff, Popeline und Charmeuse will ich unbedingt noch ausgiebig testen.

Figur:
Auch da hatte ich dieses Jahr ein Aha-Erlebnis. Ich habe nie wirklich Klamotten probiert, die auf Taille geschnitten sind, mangels Auswahl. Aber es steht mir echt super! Gut sind daher enganliegende Oberteile und ein Rock der auf der Taille sitzt und dann schön flatterig um den unteren Bauch und die Hüften liegt. Ich brauche mehr davon :D
Röcke enden bei mir am besten ganz kurz vorm Knie. Viele meiner Röcke und Kleider sind leider einen Tick zu kurz geraten...

Stil:
Ich mag es weder zu elegant noch zu sportlich. Perfekt ist ein Kleidungsstück wenn man dazu sowohl Sneakers als auch Pumps tragen kann. Ich denke das ist mir bisher auch ganz gut gelungen und ich werde es einfach weiter so machen =)

Bleibt noch die Frage, was ich mir für 2015 vornehme. Ich habe ein paar Ideen was ich demnächst nähen möchte, konkretes kommt demnächst noch. Zwei Dinge will ich nächstes Jahr auf jeden Fall machen: Einen BH nähen und eine Decke für's Sofa stricken. 

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Freitag, 26. Dezember 2014

Wohl behütet

Ich bin jetzt endlich auch unter die Smartphone-Nutzer gegangen. Ich habe schon länger darüber nachgedacht, aber eigentlich bin ich niemand der großartig sein Handy benutzt. Allerdings haben mein Freund und ich uns in den letzten Monaten mehrmals mit dem Rad total verfahren und das nervt ganz schön. In solchen Situationen habe ich mir immer ein Smartphone gewünscht um mal schnell nachzuschauen, wo wir eigentlich sind ;-) Oder einfach mal nachschauen wann die nächste Straßenbahn kommt, dafür ist so was auch unheimlich praktisch. Obendrein ist darin ja auch gleich ein Kalender, ich kann meine Mails unterwegs checken, es gibt eine Reihenzähler-App und ach ja, telefonieren kann man damit auch noch^^

Damit es lange schön bleibt, habe ich mir gleich eine hübsche Hülle genäht:



Im Stoffladen fand ich einen sehr schönen Patchworkstoff von Rowan. Ich habe die Hülle mit etwas Bewerbungsmappe ausgesteift. Vorher habe ich aber noch Molton drauf geklebt, damit sie auch gleichzeitig ein bisschen weich ist. Von Innen sieht sie recht unspektakulär aus:


Die Gummis, die das Smartphone halten, sind etwas knapp aber es hält bisher alles gut. Vielleicht wäre noch ein kleines Fach auf der Innenseite sinnvoll, z.B. für ein Putztuch, denn diese Displays sind soooo schnell verdatscht und verschmiert ;-)

Dienstag, 23. Dezember 2014

Weihnachtskleid Sew Along 2014 - Teil 5 - Finale!

Bei mir auf dem Blog wurde es etwas ruhig um den WKSA, was zum einen daran lag, dass ich nach kurzer Zeit quasi fertig war und zum anderen daran, dass ich noch ein Geschenk fertig Stricken musste und keine Zeit hatte zu bloggen und das Kleid schließlich komplett fertig zu stellen. Zwischendurch habe ich auch das Unterkleid verworfen, weil mir das Wickeloberteil besser gefiel wenn ich außer einem BH nichts drunter hatte, allerdings saß ich dann in meinem fertigen Kleid bei Muriel auf der Couch und musste feststellen, dass mit dem Kleid mal irgendwo hinflacken nicht drin ist... Der Ausschnitt springt auf und man sieht echt alles!
So musste dann doch ein Unterkleid her, allerdings doch nicht das geplante Butterrick 6031, da Muriel mir auch noch die letzte Ottobre in die Hand gedrückt hat und mir den Schnitt für ein wunderbares Shaping-Unterkleid zeigte.
Wegen besagter Strickerrei kam ich dann allerdings erst am Sonntag dazu mit jenem Unterkleid anzufangen, ging zum Glück schnell, habe meine üblichen Anpassungen gemacht und dann ohne Probeteil losgelegt.
Gestern Abend war dann alles fertig, allerdings gefiel mir die Länge meines Weihnachtskleids dann doch nicht so und ich habe den Saum nochmal gemacht. Endlich ist es vollbracht:


Ich bin relativ zufrieden *augenroll*. Mir gefällt der Schnitt wirklich gut, aaaber ich habe schon lange nicht mehr so geschludert beim Nähen, tz tz tz. Und das ist bei diesem Schnitt eigentlich nicht drin, man muss hier absolut exakt arbeiten! Habe ich leider nicht so, daher sind an einigen Stellen die Nähte nicht ganz so sauber geworden, es kräuselt sich hier und da etwas oder ist etwas knubbelig, naja, der Gesamteindruck ist aber okay. Dafür habe ich mich dann beim Unterkleid mehr ins Zeug gelegt ;-)


Schnitt: Vogue 1257
Material: Viskose-Jersey aus dem Stoffladen, Stoffreste, Framilonband
Anpassungen: siehe hier


Was ich beim nächsten Mal anders machen würde:
  • Auf jeden Fall viel exakter und überlegter arbeiten!
  • Die Stoffquadrate die zur Verstärkung an den Schultern und Achseln vorgesehen sind finde ich viel zu knubbelig. Und man muss so extrem genau arbeiten, dass schafft doch keiner ;-) Na ja ich jedenfalls nicht. Ich würde beim nächsten Mal darauf verzichten und stattdessen Schulternähte, Ärmelnaht und den hinteren Halsausschnitt mit einem Band aus Stretch Vlieseline verstärken. Ich habe so was öfter mal in Craftsy-Videos gesehen, weiß aber nicht genau wie das in Deutschland heißt oder wo man so was bekommt. Wenns jemand weiß, bitte schreiben :D Ich finde das jedenfalls sehr praktisch!
Nun zum Unterkleid:


Es handelt sich um den Schnitt "Mrs. Jones" aus der Ottobre 5/2014. Eine wirklich geniale Idee, denn dieses Kleid ist zweilagig, wobei die innere Lage etwas enger geschnitten ist, wodurch eine Art Shaping-Effekt entsteht. Sehr durchdacht das Ganze, leider rutscht es doch sehr leicht hoch und schlägt Falten die sich dann außen abzeichnen. Trotzdem eine gute Idee! Ich habe das Oberteil an meine Oberweite angepasst und sonst nichts verändert. Die untere Naht, welche die zwei Schichten miteinander verbindet, verläuft bei mir mitten übers Gesäß und drückt sich bei einem engen Rock natürlich durch. Das stört mich etwas, doch da das Kleid sowieso nach oben rutscht und Falten schlägt, ist das auch egal.


Genäht habe ich das gute Stück aus Seidenjersey von Seide und Co.. Der Stoff ist schön flutschig, stretchig und da er aus einem Naturmaterial ist auch atmungsaktiv. In ein Polyester-Unterkleid würde ich mich niemals zwängen ;-) auch wenn das wesentlich billiger gewesen wäre.

Schnitt: Mrs. Jones aus der Ottobre 5/2014
Material: Seidenjersey von Seide und Co. , Framilonband, Ringe und Schieber
Anpassungen: FBA

Was ich beim nächten Mal anders machen würde:
  • die innere Lage weiter unten enden lassen, damit keine Naht über den Po verläuft

  • das Framilonband am Saum etwas kürzer machen und beim Annähen dehnen, damit der Saum sich um die Beine legt. Bei mir steht er unschön ab. 

  • noch etwas mehr zum FBA hinzugeben, sitzt bei mir momentan sehr knapp.
So kann Weihnachten ja nun kommen :D
Und jetzt gehe ich endlich mal schauen was die anderen so gemacht haben, habe mich nämlich die letzten Tage nicht auf den MMM-Blog getraut, weil ich ja selber noch nicht fertig war^^
Ich wünsche allen eine schöne Zeit, wie auch immer sie feiern mögen. Schön angezogen sind wir jetzt ja :D

Dienstag, 9. Dezember 2014

Butterick 6031

Zum letzten Termin hatte ich zum WKSA nichts vorzulegen, da ich noch nicht weitergekommen bin. Außerdem musste ich mich erst noch an ein Probeteil für das passende Unterkleid machen. Das ging zum Glück sehr schnell:


Doch bevor ich mich in Details vertiefe, gibt's erstmal einen Sprachkurs:


Ich habe ehrlich gesagt noch nicht eine Manschette getragen. Schon gar nicht um meinen Busen größer zu machen! Ich denke - und hoffe - hier ist ein handelsüblicher Push-Up BH gemeint ;-)


Bofen - dieses Wort kommt in dieser Anleitung häufig vor. Ich bin mir nicht ganz sicher ob das ein Übersetzungs- oder Schreibfehler ist. Gemeint sind vermutlich die Bögen der Spitze.


Habt ihr noch nie von der Einlzeldichte eures Stoffes gehört? Schämt euch! Schließlich ist es extrem wichtig beim Zuschnitt auf den Fadenlauf zu achten

Okay, genug gelästert, jetzt zum Schnittmuster. Ich habe ein Unterhemd, Version B genäht. Toll finde ich ja, dass das Schnittmuster gleich in 3 Cup Größen kommt: A/B, C und D. So kann man sich den FBA sparen. Braucht man doch einen, hat Gertie hier eine ausführliche Anleitung geschrieben.

Der Stoffverbrauch hält sich in Grenzen allerdings braucht man jedemenge Kurzwaren: Breite Spitzenborte, Träger, Dekoltee-Gummi und Zackenlitze. Eigentlich noch schmale Spitzenborte, Schleifchen, sowie Ringe und Schieber. Ich habe mich für das Probeteil mal nur aufs Wesentliche beschränkt.

Die Schnittteile werden laut Anleitung quer zum Fadenlauf zugeschnitten, vermutlich um den Stoffverbraucht einzudämmen. Ist bei 4-Way Stretch ja auch wurscht, ich finde allerdings, dass das komisch aussieht.

Ich selber hatte leider nur eine kleines Stück Stoff von einem richtig bunten Jersey hier, den ich mir tatsächlich nur gekauft habe, weil er so schön war ;-) Das mache ich eigentlich nie, zudem für mich gleich klar war, dass ich so ein Muster niemals "außen" tragen würde. Jetzt kam ja der Richtige Schnitt dafür, leider wars sehr knapp. Die Cups habe ich mit einer Mittelnaht versehen, da ich das ganze Schittteil nicht mehr auf den Stoff bekommen hätte.


Genäht war es schnell und einfach, allerdings habe ich in der Mitte bei der Spitze etwas geschludert, daher auch der Knopf ;-) Lenkt vielleicht auch davon ab, dass die Spitze nicht symetrisch angenäht ist! Auf solche Details muss man halt achten... Beim unteren Spitzenband habe ich aber dran gedacht.

Passformtechnisch bin ich ganz zufrieden, ich habe oben mit C-Cup und Größe 8 und angefangen, auslaufen lassen zur 10 an der Taille und dann Richtung 12 zur Hüfte. Letzteres habe ich dann aber später wieder weggeschnitten, war doch zu groß. Werde beim Unterkleid einfach ab der Taille mit 10 weitermachen. Geändert habe nichts, bis auf meine übliche Anpassung: Taille 2cm nach oben verschieben.


Am Rücken bilden sich die üblichen Falten dank Hohlkreuz, stört mich aber bei einem Unterhemd nicht besonders, zudem sind Jersey-Teile ohne Abnäher und Mittelnaht nur schwer an ein Hohlkreuz anzupassen.

Schnitt: Butterick 6031
Material: Viskose-Jersey aus dem Stoffladen, breite Spitzenborte, Trägerband, Dekoltee-Gummi, alles von Spitzenparadies, 1 Knopf
Anpassungen: Taille 2cm nach oben verschoben

Was ich beim nächten Mal anders machen würde:
  • Mit reicht die Spitze zu weit unter die Achseln, da das mit der Zeit etwas kratzt, würde ich die Kante unter den Armen und am Rücken nach unten verschieben.
  • Für ein Unterhemd ist es mir fast zu kurz, man kann es gerade so in den Bund einer Hüftjeans stopfen, daher müssen noch 3-4cm Länge dazu.
  • Ich werde unbedingt darauf achten, dass sie Spitze symmetrisch liegt.
  • Bei Jersey-Teile reichen 1cm Nahtzugabe locker. Diese werde ich an den Schnittteilen reduzieren.