Samstag, 19. Juli 2014

Blumentop

Vor einigen Monaten entdeckte ich bei Stoffekontor einen ganz tollen Ausbrenner-Jersey in schwarz und grau mit Blumenmuster. Davon habe ich einfach mal einen Meter gekauft obwohl ich noch keine konkrete Idee dafür hatte. Der Stoff fällt sehr schön, ist leicht und etwas durchsichtig. Auf jeden Fall für etwas sommerliches geeignet. Vor zwei-drei Wochen wusste ich dann es sollte nochmal das Top 101 aus der Burda 07/2008 werden, welches ich schon in natruweißer Viskose genäht hatte.


Der leichte Stoff erlaubte diesmal auch ganz nach der Anleitung, mit einem Beleg am Ausschnitt zu nähen. Ging bei der Viskose-Version nämlich nicht, da der Stoff zu dick und zu schwer war.


Durch die Biesen-Falten und den Beleg war es auch ganz schön viel Arbeit für ein Top...


Hinten sind die Träger leider etwas zu weit auseinander. Naja, Version 3 kommt bestimmt! Ich finds super wie man von Mal zu mal den Schnitt verbessern kann. Diesmal habe ich den Schnitt unter den Achseln etwas angepasst, bei mir stehen Tops vorne, an der Stelle wo die Achsel beginnt immer etwas ab. Man könnte daraus quasi einen Abnäher machen, und so in der Art habe ich den Schnitt auch angepasst bekommen. Hat super funktioniert wie ich finde.


Den Beleg habe ich übrigens zu einem Bustier verlängert, denn der Stoff ist ja nicht besonders Blickdicht und außerdem sitzt das ganze Top so viel besser. Die Abnäher habe ich bei der Anprobe abegesteckt, dann noch ein Unterbrustgummi angenäht und fertig.


Die Träger sind aus Trägerband und dank Schiebern verstellbar.

Schnitt: Top 101B aus der Burda 07/2008 Gr.38
Material: Ausbrenner-Jersey von Stoffekontor, Schwarzer Baumwoll-Jersey für Beleg/Bustier, Unterbrustgummi, Trägerband, Ringe und Schieber
Änderungen: Beleg zum Bustier verlängert, Taillenband weggelassen, 3cm verlängert
Fazit: Mein absoluter lieblings Schnitt für ein Sommertop!

Zudem habe ich noch einen Bolero genäht den ich für mein Hochzeitsgästin-Outfit brauchte. Es ist der Bolero-Teil des Mcalls-Shirts M6284 , welches ich hier schon gezeigt habe. Auf die Idee bin ich durch Muriel gekommen, die davon schon seeeehr viele Versionen genäht hat ;-)


Ich habe die Schultern hinten diesmal angepasst, so dass ich die schlimmen Falten fast wegbekommen habe. Dafür sitzt der Bolero unter den Armen jetzt aber viel zu eng... 100% zufrieden bin ich damit nicht. Es darf mich auf der Hochzeit halt keiner von hinten sehen! Naja, irgendwie bekomme ich diesen Schnitt noch angepasst.


Schnitt: McCalls M6284 in Gr.12
Material: Baumwolljersey von Stoffekontor
Änderungen: Schulterpartie angepasst
Fazit: Hat immer noch Potential ich muss den Schnitt aber noch besser auf mich anpassen.

Sonntag, 13. Juli 2014

Take The Box

Meine selbstgenähten Binden liegen momentan einfach nur in einem Regal im Bad rum, da brauchte ich dringend einen schönen Behälter. Aus einem total bunten, vor Jahren bei Ikea gekauftem Stoff und einigen Köper-Resten wurde dann kurzerhand eine Box, tadaa:



War auch ganz einfach und schnell zu nähen, sogar Zeit für ein bisschen "Understitching" war da noch zu finden:


Außerdem konnte ich so mal ein paar Stoff- und Garnreste verbrauchen!
Genäht war, wie schon gesagt alles ganz fix, zuletzt habe ich alles durch eine kleine Öffnung gewendet und diese dann mit ein paar Handnähten verschlossen. So liegen alle Nahtzugaben innen und die Box sieht schön sauber verarbeitet aus.



Leider hatte meine Box zunächst nicht genug Standfestigkeit, die Seiten sind einfach so zusammengeklappt. Also habe ich alles durch die Öffnung zurückgefummelt und die Seiten von innen mit Bügelvlies verstärkt. Wäre wirklich einfacher gegangen bevor ich alles zusammengenäht habe. Naja, hat ja geklappt. Und meine Binden und Stofftücher müssen nicht mehr einfach so im Regal rumliegen.

Leider habe ich dadurch auch wieder was von dem schönen Ikea-Stoff verbraucht.

Nein, das Orange ist in Wirklichkeit nicht so knallig...

Das macht mich jedesmal etwas traurig *schnief* andererseits sehe ich den schönen Stoff ja viel zu selten wenn er sein Dasein in einer Kiste fristen muss... Ist das normal? Habt ihr auch Stoffe die ihr gar nicht vernähen wollt weil sie so schön sind?

Samstag, 5. Juli 2014

Das Untendrunter für's Hochzeitgästinkleid... und: Wie viel Nähgarn braucht man für ein Kleid?

Leichter dünner Stoff hat einen Nachteil: er ist, je nach Lichteinfall, leicht druchsichtig. Daher braucht mein Hochzeitsgästinkleid ganz dringend noch ein Unterkleid. Gleich vorneweg: ich finde dieses Kleidungsstück verdammt unnötig... ich hätte ehrlich gesagt lieber gleich mein Kleid unterfüttern sollen, hätte ja nicht komplett sein müssen, nur das Vorderteil und den Rockteil mit einem ähnlichen Stoff (Baumwollbatist) oder sogar dem selben Stoff. Zwei Kleider übereinander sind mir im Sommer irgendwie zu viel. Nun ja, jetzt ist es halt so geworden und ich muss schon sagen, schick ist so ein Unterkleid auf jeden Fall:


Der Stoff ist wirklich traumhaft, es handelt sich um weichfließenden Viskose-Webstoff (Viskosebatist??), dünn, zart, kühlend aber auch rutschig ohne Ende. Es war schon eine Herausforderung ihn zu nähen.


Leider hat auch dieser Stoff genau Viskosejersey die Eigenschaft auszuleihern. Beim fertigen Kleid hatte ich nämlich zunächst abstehende Ränder unter den Armen... Und hey, ich habe mein Probemodell wirklich sorgfältig angepasst! Nach einem Waschgang saß aber alles wieder wie es soll.


Leider ist auch die hintere Rocknaht etwas verzogen, da ich den Stoff zum Trocknen über die Tür gehängt hatte und die Ecke der Tür den Stoff verzogen hat... Das bekommt man leider auch nicht mehr durch Bügeln raus, das macht es eher noch schlimmer. Das nächste mal werde ich beim Trocknen mehr darauf Acht geben.


Den Oberen Rand habe ich mit Baumwoll-Spitze verziert. Diese habe ich als Träger weiter laufen lassen, hinter der Schulter schließen dann die verstellbaren Träger an.


Für das ganze Kleid bin ich 3mal zum Stoffladen geradelt. Beim ersten Mal kaufte ich denn Stoff und das Nähgarn und weil ich dachte, ach von so einer 100m Garnrolle hast du immer so viel übrig, kaufte ich eine 50m Garnrolle. Außerdem habe ich mir die Spitze zwar angeschaut, aber dann doch nicht gekauft. Erst auf dem Heimweg kam mir die Idee die Spitze am Ausschnitt als Träger weiter laufen zu lassen, also bin ich am nächsten Tag noch mal hin. Tja, und was soll ich sagen? 50m Garn reichen natürlich nicht für ein Kleid! Zumindest nicht, wenn man alles in französischen Nähten macht! Für die Spitze und den Saum hat es dann nicht mehr gereicht und ich musst ein drittes mal los.

Apropos französische Nähte, hier die Innenansicht des Kleides:


Könnte man fast auch sorum tragen oder^^ Ich liebe französische Nähte, sie sehen so sauber aus. Außerdem habe ich das Oberteil gedoppelt und verstürtzt, so sieht man an dem ganzen Kleid keine einzige Nahtzugabe!


Ich habe das kostenlose Schnittmuster Ruby Slip von Pattern Scissors Cloth verwendet. Dazu gab es auch einen Sew-Along wobei auch das Thema Full Bust Adjustment behandelt wurde. Mir war nämlich gleich auf den ersten Blick klar, dass das Oberteil definitiv zu klein für mich werden würde. In der Anleitung steht was von "B-Cup" aber was genau das bedeutet ist mir nicht klar. Inzwischen weiß ich ja, dass der Buchstabe allein nix über die Größe der Brust aussagt, erst in Verbindung mit dem Unterbrustumfang wird ein Schuh - äh - BH draus. Also mein Buchstabe ist D-E, demnach hätte ich mein Oberteil um 2-3 Größen anpassen müssen und das kam mir dann doch utopisch vor. Ich dachte mir, hier wird bestimmt von 75B ausgegangen und wenn ich einen BH mit Unterbrustband von 75 tragen würde wäre der "Cup" irgendwo zwischen C und D je nach Modell. Ich habe mein Oberteil nach dieser Anleitung um 1,5 Größen vergrößert und das Ergebnis war - naja - interessant. Ich werf jetzt einfach mal das Wort "Spritztütchen" in den Raum.
Bei "By Hand" fand ich eine Anleitung zu einem FBA für ein Kleid mit Wiener Nähten und da das Oberteil des Ruby-Slip-Kleids ja irgendwie auch so was ähnliches wie Wiener Nähte hat, dachte ich, das könnte funktionieren. Meine Schnitteile sahen dann so aus:


Und wie man sieht hat es funktioniert! Als Maß um wie viel ich vergrößern muss habe ich die Empfehlungen für das Ruby-Slip-Kleid genommen. Damit die mittleren Vorderteile etwas mehr bedecken, habe ich hier die Kurve etwas flacher laufen lassen. Sah dann allerdings komisch aus, da sich die mittleren Vorderteile ja überkreuzen, deswegen habe ich das ganze kurzerhand mit einer Mittelnaht versehen.

Weitere Änderungen waren natürlich der verlängerte Rock und eine Mittelnaht bei der hinteren Rockbahn um Stoff zu sparen. Ist ja nur ein Unterkleid, da stört mich das nicht. Außerdem habe ich die Rockbahnen im Fadenlauf zugeschnitten und nicht schräg dazu. Bei so einem fließenden Stoff ist das meiner Meinung nach nicht nötig.

Zusammenfassung:
Schnitt: The Ruby Slip von Pattern Scissors Cloth in Gr. 10
Material: leichter, fließender Viskose-Webstoff in Taupe, Baumwollspitze, Ringe und Schieber
Änderungen: FBA, Mittelnaht vorne, Mittelnaht hinten, Rock Verlängert, Zuschnitt im Fadenlauf
Fazit: Schnittmuster und Anleitung sind tadellos, leider scheint der FBA nicht zu funktionieren. Grundsätzlich ist das Kleid einfach und schnell zu nähen.

Jetzt noch ein Bolero und ein Täschchen und das Hochzeits-Outfit steht :-)

Mittwoch, 2. Juli 2014

Me Made Mittwoch - Das Schwesternshirt

Gestern fertig geworden, das Schwesternshirt.
Es heißt so, weil ich mal bei Muriel war, und sie es gerade für ihre Schwester genäht hat, nachdem sich diese mal wieder ihres ausleihen wollte - für immer :-D ! Ich glaube sie hat ihres noch gar nicht auf ihrem Blog gezeigt, ich konnte es jedenfalls nicht finden...

Muriel hat mir den Schnitt geliehen und ihr Shirt konnte ich auch gleich anprobieren. In Größe 10 fand ich es zu klein aber sie hat es auch an den Seiten etwas enger gemacht und gekürzt.


Ich habe dann Größe 12 gewählt und den Brustbereich etwas vergrößert - ich hätte aber auch die 10 wählen sollen.


Es ist nun leider etwas zu groß, was man vorallem am Rücken und an den Schultern sieht, wo der Stoff unmögliche Falten wirft...


Außerdem hängt die Naht des hinteren Mittelstücks so durch - ob das am Hohlkreuz liegt? Mir gefällt es nicht.


Ich habe es einigermaßen retten können, indem ich es an den Seiten gut 1cm enger gemacht habe. So sieht es von vorne eigentlich ganz okay aus.

Ich werde es auf jeden Fall noch mal in 10 nähen und den Schnitt dann am Rücken und an der Brust anpassen. Leider konnte ich an dem Shirt nicht mehr so viel ändern, habe nämlich gleich mit den Stretch-Nähten losgelegt und das war ein Fehler.
Probeteil finde ich bei Jersey-Teilen irgendwie so Verschwendung. In Zukunft werde ich meine Jersey-Sachen zunächst mit groben Gerad-Stichen zusammennähen. 

Schnitt: McCalls M6284 in Gr.12
Material: mittelschwerer Viskosejersey von Stoffekontor in Silbergrau
Änderungen: 3cm gekürzt, Brustbereich 1cm verlängert, 1cm an jeder Seite enger gemacht
Fazit: Einfaches Shirt was ganz schön was her macht, leider habe ich es zu groß gewählt!

Andere kreative Menschen in schöner, selbstgemachter Kleider gibt es hier, auf dem Me Made Mittwoch Blog!